„Aktion war ein voller Erfolg!“ – Peter Lex, Geschäftsleiter der Gemeinde Grabenstätt, berichtet
Flottentest in Amerang
7. September 2016
Feldkirchen-Westerham testet E-Flotte
20. September 2016
alle anzeigen

„Aktion war ein voller Erfolg!“ – Peter Lex, Geschäftsleiter der Gemeinde Grabenstätt, berichtet

Erzählen Sie uns bitte kurz von ihrem persönlichen Erlebnis mit der E-Flotte. Was war Ihre schönste Erfahrung?

Als schönste Erfahrung würde ich persönlich die Entspanntheit bezeichnen, mit der das Elektrofahrzeug geführt werden kann. Das lautlose, stufenlose Beschleunigen kommt dem Fahrzeuglenker gerade dann entgegen, wenn es auf der Straße – im Stadtverkehr wie auf der Autobahn – mal hektisch zugeht und man von anderen Verkehrsteilnehmern sprichwörtlich „getrieben wird“. Hier bleibt der Puls des Fahrers ruhig, abgeschottet von jeglichen störenden Einflüssen. Trotz des leisen Fahrgeräusches bleibt der Spaß-Faktor nicht auf der Strecke, denn das Drehmoment des Fahrzeugs ist enorm.

Von einem positiven Fahrgefühl berichteten auch die gut 40 Bürgerinnen und Bürger, die in der Zeit vom 29.07. – 12.08. die Möglichkeit zum Flottentest wahrgenommen haben und insgesamt 4.000 Kilometer in zwei Wochen zurücklegten. Für die meisten war es die erste Erfahrung mit einem E-Mobil. Alle waren jedoch positiv überrascht und froh über die Testmöglichkeit. Berufspendler und Kurzstreckenfahrer bestätigten allesamt, dass ein E-Fahrzeug grundsätzlich eine ernsthafte Alternative darstellt. Leider stellt der Anschaffungspreis noch ein gewisses Hindernis dar. Weitere 20 Personen haben alleine im Rahmen unseres Dorffestes am 06.08.2016 die Fahrzeuge getestet. Diese Aktion war ein voller Erfolg und erzeugte enorme Breitenwirkung. Nicht nur anschließend im Dorffest, sondern auch Tage danach wurde im Ort, in den Vereinen und an den Stammtischen darüber gesprochen.


Wohin sehen Sie den größten Vorteil bei der Nutzung eines E-Fahrzeuges?

Ich war sehr überrascht, dass das eher klein wirkende Fahrzeug doch für eine 4-köpfige Familie Platz bietet und Kinder dank der Isofix-Vorkehrung auf der Rückbank sicher befördern werden. Zwar nicht unbedingt für den Italienurlaub geeignet, aber gerade für kleinere Familienausflüge oder für Besorgungsfahrten – und damit wahrscheinlich 90 % aller Einsätze – erfüllt das Elektrofahrzeug seinen Zweck bestens. Bezogen auf diesen durchschnittlichen Einsatzzweck spielt die Reichweitenproblematik eigentlich nur eine untergeordnete Rolle.

Zudem stellen die mittlerweile in vielen Orten speziell gekennzeichnete Plätze und Ladestellen für E-Fahrzeuge einen großen Vorteil für die Nutzer dar. Ein Privileg, welches man gerne annimmt. So kam es unserer Familie auch entgegen, beim Besuch eines großen Festes in der Umgebung trotz der dort massenhaft belegten Parkplätze den exklusiven Lade-Stellplatz inmitten des Geschehens nutzen zu können. In Zukunft muss allerdings die Ladeinfrastruktur noch weiter ausgebaut werden, damit die Anfahrt nicht zum Glücksspiel wird.

 

Wo sehen Sie noch weiteres Entwicklungspotential für E-Mobilität im ländlichen Raum und was bräuchte es, Ihrer Meinung nach, um ein klimaschonendes Mobilitätsverhalten im ländlichen Raum zu fördern?

Letztendlich werden es die öffentlichen Institutionen– allen voran die Kommunen – sein, die weiter mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Die Bewusstseinsbildung zur Elektromobilität muss weiterhin angeschoben und gefördert werden und dabei spielen weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen eine wichtige Rolle. Ich hoffe, dass der Schwung aus der zurückliegenden Aktion mitgenommen werden kann und sich daraus Folgeprojekte entwickeln werden. Es geht darum, das Thema Elektromobilität möglichst breit zu streuen und alle Vorbehalte langsam aber sicher abzubauen. Diese Geduld müssen alle Akteure mitbringen.

Wünschenswert wäre ein Carsharing-Projekt, um den Bürgern neben dem Nützlichen auch die Teilnahme an der Elektromobilität laufend zu ermöglichen. Der Durchbruch in der Elektromobilität wird kommen, wenn die Sorgen um die Reichweite von Fahrzeugen nicht mehr die übergeordnete Rolle spielen muss, sei es durch künftige technische Neuerungen oder aufgrund eines Umdenkens der Bürger im Laufe der Zeit. Freilich muss auch die entsprechende Infrastruktur vorgehalten und weiter ausgebaut werden. Die jüngst eingerichteten Ladesäulen in unserer Gemeinde und bei den anderen Projektgemeinden war dabei ein wichtiger erster Schritt. Ein einfaches Buchungs- und Bezahlsystem an den Ladesäulen sehe ich darüber hinaus als eine weitere wichtige Voraussetzung.

Von einem klimaschonenden Mobilitätsverhalten kann v.a. dann gesprochen werden, wenn sich der ökologische Kreis insgesamt schließt, insbesondere, wenn aus eigenen erneuerbaren Energiequellen geschöpft werden kann. Auch solche Projekte müssen weiter vorangetrieben und gefördert werden.