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„Die Leute waren richtig begeistert“ – aus Bergen berichtet Bürgermeister Stefan Schneider

Herr Schneider, was hat die Fahrer der E-Mobile bzw. Sie persönlich am meisten bei der Nutzung überrascht?

In erster Linie, die Lautlosigkeit. Daneben war die Beschleunigung auch sehr überraschend und positiv.

Die Leute waren grundsätzlich von den Autos richtig begeistert. Wir hatten bereits vorher in der Gemeinde eine zweiwöchige Testphase mit einem anderen E-Fahrzeug, das Fahrzeug wurde bei jeder Gelegenheit genutzt. Man merkt, die Leute sind neugierig, die Reaktionen aus der Bevölkerung waren durchwegs positiv, auch wenn in Sachen Anschaffung das Kostenargument oft angegeben wurde. Ich finde, hier müsste man eine Gesamtrechnung hinsichtlich Anschaffungskosten, Energieverbrauch, Steuern und Abnutzung aufstellen.

Ein Problem stellen noch die Reichweite sowie die niedrige Ladeleistung dar. Für mich als Bürgermeister ist ein E-Fahrzeug ideal, da ich in der Woche dienstlich untertags sehr wenig  fahre und eine Photovoltaikanlage das Auto aufladen könnte. Herr Viehhauser, unser Mobilitätsbeauftragter, fährt beruflich mit seinem E-Auto täglich 100 km – hier rentiert sich ein E-Auto mit Sonnenstrom heute schon. Für private, längere Fahrten muss man sehr genau planen. Insbesondere muss man den Einsatz der Klimaanlage, der Heizung und bergige Gegenden, wie die unsere, in der Reichweitenberechnung berücksichtigen.

 

Wer hat sich die E-Mobile ausgeliehen und warum?

Wir hatten alle Altersgruppen vertreten. Die beiden BMW waren nach drei Tagen ausgebucht. Man konnte und sollte die Fahrzeuge über Nacht ausleihen, um so auch das Laden zu erfahren. Auch die Pedelecs waren sehr beliebt. Unter anderem kamen sie bei einem Betriebsausflug der Verwaltung zum Tütensee zum Einsatz – alle waren begeistert!

Pedelecs bzw. E-Mountainbikes sind bei uns in der Gegend ohnehin schon sehr gefragt, die Mundpropaganda funktioniert. Was, meiner Meinung nach ,kommen wird, sind E-Bikes, die eine Fahrleistung von 40-45 km/h haben und somit im Nahverkehr zum Beispiel nach Traunstein oder die Nachbargemeinden zumindest teilweise die Fahrten mit Autos ersetzen können. Auch sollte man den Einsatz von E-Autos für die Zielgruppe der nichtberufstätigen Frauen und Männer attraktiver machen – Besorgungen, Abholung von Kindern usw. können damit leicht bewerkstelligt werden und über Mittag könnte das Fahrzeug mithilfe von Photovoltaik-Anlagen zwischengeladen werden.

 

Was bräuchte es, Ihrer Meinung nach, um noch mehr Menschen für das Thema E-Mobilität im ländlichen Raum zu begeistern? Welcher Mehrwert kann dadurch geschaffen werden?

Genau solche öffentlichkeitswirksame Aktionen! Sie sind sehr hilfreich, die Leute sprechen über das Thema. Beispielsweise kam unser Shuttle-Service beim Grimmig & Grantig-Festival super an. Der Bau der Ladesäule war natürlich maßgebend.

Der Mehrwert liegt im Umweltschutz und – was, meiner Meinung nach, oft nicht berücksichtigt wird – im Lärmschutz. Die Lautlosigkeit der E-Fahrzeuge ist unschlagbar! Zudem wird ein bewussterer Umgang mit dem Fahrzeug gefördert.

Wir möchten das Thema E-Mobilität auf jeden Fall voranbringen und würden eine derartige Aktion gerne noch einmal durchführen!

 

 

Uns hat Herr Bürgermeister Schneider noch verraten, dass er persönlich beabsichtigt, ein E-Auto anzuschaffen, sobald die Reichweite der Fahrzeuge erhöht wurde, was von einigen Herstellern für diesen Herbst angekündigt wurde.