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„Eine neue Form der Mobilität“ – Die Nußdorfer Landtagsabgeordnete Gisela Sengl berichtet von ihren Erfahrungen

Frau Sengl – ein erster Eindruck: Wie haben Ihnen die Tage mit dem Pedelec gefallen?

Die Fahrten mit dem Pedelec machen viele Strecken erfahrbar, die mit dem normalen Rad zu weit sind – das ist ein toller Effekt. Das Pedelec nimmt den vielen Anstiegen im Chiemgau den Schrecken; man ist leise unterwegs und nimmt seine Umwelt bewusster wahr.

 

Hat Sie etwas überrascht?

Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, wie viele Autofahrten man mit der Nutzung eines Pedelecs ersetzen kann. Es ist nicht so, dass es sich nur um „leichteres“ Fahrradfahren handelt, sondern es ist fast eine neue Form der Mobilität. Ich habe das Pedelec auch für viele dienstliche Fahrten genutzt und bin bis zu 72km damit gefahren. Strecken, die ich sonst bei dienstlichen Besprechungen sicherlich nicht mit dem Fahrrad gefahren wäre. Projekte wie landmobile sind deshalb gerade auch im ländlichen Raum wichtig – das Ausprobieren und der einfache Zugang zum Thema „Elektromobilität“ schaffen einfache Berührungspunkte.

 

Wo sehen sie noch Schwierigkeiten in der Etablierung von Elektromobilität – gerade auf dem Land?

Viele machen sich Sorgen, mit den Fahrzeugen liegenzubleiben. Deshalb müsste es noch mehr Ladesäulen geben. Diese müssen gar nicht im großen Stil präsent vor dem Rathaus stehen, die Ausstattung von Parkplätzen genügt da schon. Außerdem sollen natürlich nicht einfach alle Autos ersetzt werden: Das Thema Carsharing spielt dabei eine Rolle, aber auch der Umstieg auf Pedelec und ÖPNV. Insgesamt brauchen wir aber für das Thema noch wesentlich mehr Öffentlichkeitsarbeit: Das E-Auto kann sehr viele Zweitwagen ersetzen, die Reichweite reicht auch heute schon dafür. Gerade auf dem Land, wo es oft um Besorgungen oder relativ kurze Fahrten geht, sollte man das Thema medial massiv bewerben. Sehr wichtig ist allerdings, wo die Energie herkommt – nur mit regenerativ erzeugten Energien hat der Umstieg auf ein E-Fahrzeug einen Sinn.

 

Wo kann und sollte landmobile noch aktiv werden?

Ich glaube, dass sich viele Bürgermeister noch schwer tun mit dem Thema. Die Vorteile von Elektromobilität liegen zwar auf der Hand: Wenig bis keine CO2-Emissionen, dann natürlich eine deutlich reduzierte Lärmkulisse im Dorf.  Das hört sich in der Theorie immer alles plausibel an, scheint aber in viele Amtsstuben nicht vorzudringen. Deshalb sollte man schon zeigen, dass und wie das Thema auch heute schon auf dem Land vorangebracht werden kann.