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Foto Anton Stefanutti Mia

Anton Stefanutti mit seinem MIA

Drei Tankstellen flankieren die Hauptstraße von Übersee nach Prien am Chiemsee. Dort, wo Anton Stefanuttis Weg zur Elektromobilität vielleicht ihren Anfang nahm. 20 Kilometer entfernt von Anton Stefanuttis Eigenheim arbeitete der nun pensionierte Lehrer lange an der ortsansässigen Mittelschule. Diese Strecke war für ihn die ideale Entfernung für ein Emobil. Deswegen besitzt er schon lange vor dem großen Boom der Elektromobilität ein kleines Elektrovehikel einer Deutsch-Französischen Marke. Das Auto ist schlicht, hat keine großen technischen Tricksereien, wie es viele Elektroautos heutzutage haben mit Sitzheizung, Parkhilfe oder Navigationssystem. Für den ehrenamtlichen Mobilitätsbeauftragten und Minimalist von Übersee ist das aber eher ein Vorteil. Denn so benötigt das kleine Gefährt auch weniger Strom und damit erhöht sich die Reichweite. 

Weniger ist mehr: Elektromobilität braucht keine technischen Spielereien.

Für Stefanutti sind die technischen Voraussetzungen für E-Mobilität lange gegeben. „Das Elektroauto gibt es ja auch schon seit einer langen Zeit. Wir müssen es nur zu nutzen wissen und unsere Bedürfnisse daran orientieren und nicht andersrum.“ Statt dauernd über Reichweite und Ladeinfrastruktur zu sprechen geht es für Stefanutti um die einfache Umsetzung von bestehender Technologie. Und um die Anpassung der Bedürfnisse der Menschen.

Mia san Mia.

Mia steht auf Anton Stefanuttis Elektromobil. In München denkt man gleich an die Mia san Mia Mentalität. Für den pensionierten Lehrer geht es aber nicht um eine Abgrenzung. Mia, wir, zusammen sind mehr. Seitdem es landmobile gibt, merke man förmlich, wie das Interesse an E-Mobilität steige. Nicht nur die beteiligten Gemeinden haben großes Interesse am Projekt. Man sieht ja gerade am Wachstum des Netzwerks, dass E-Mobilität in aller Munde sei. Dennoch setzt Stefanutti auf Qualität statt Quantität. Statt die Ideen von landmobile jetzt schnell überall hinzubringen würde er eher auf qualitatives Wachstum setzen. Denn die Problemlösung von Übersee ist vielleicht eine ganz andere wie in Amerang. Dennoch ist gerade diese Perspektivenvielfalt das, was das Netzwerk ausmache. „Wir alle stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Da können wir sicher von den Lösungen in anderen Gemeinden lernen und uns gut austauschen.“ Denn Kompetenzen und Energien sind nach Stefanutti ja reichlich vorhanden. Durch mehr Austausch zwischen diesen Experten können auf Dauer bessere Lösungen umgesetzt werden.

E-Mobilität braucht Werbung

Um die Elektromobilität auf dem Land noch weiter auszubauen und zu fördern nennt Stefanutti aber auch ein Wort, das so meistens nicht mit E-Mobilität in Verbindung gebracht wird: Werbung. „Wir müssen mehr Werbung für Elektroautos machen. Das machen sie bei den großen Autoherstellern ja auch. Wir müssen mehr zu lokalen Autohändlern gehen und sie dazu bringen, dass auch mehr Elektroautos beworben und verkauft werden.“ Aber auch in der lokalen Landwirtschaft sieht der Überseer viel Potenzial. Sein Bruder sei Biolandwirt der ersten Stunde und auch offen für emissionsfreie Landwirtschaft.