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Portrait: Georg Beyschlag – der Macher

Georg Beyschlag ist ein Macher. Wo andere zögern und sich beschweren, ergreift der Grassauer die Initiative. 2013 war das Jahr, in dem sich Beyschlag wie viele andere beschweren hätte können, weil er seit Jahren auf eine adäquate Ladeinfrastruktur wartete. Und wenn es in den Medien immer noch heißt, die Elektromobilität habe keine Zukunft, da es an Lademöglichkeiten fehle, hat Beyschlag einfach gemacht. Das war die Geburt der mobilStrom-Initiative Chiemgau. Insgesamt 20 Ladepunkte hat er mit seiner Eigeninitiative seither aufgebaut – zusammen mit Gastwirten, Hoteliers, Einzelhändlern, in Gemeinden oder bei Verbänden. Seine Expertise und seine Erfahrungen im Bereich der Elektromobilität und Ladetechnik bringt der Grassauer ehrenamtlich in landmobile ein.

Über die Solarbranche zur Elektromobilität

Zur Elektromobilität kam der Chiemgauer über seine jahrelange Tätigkeit in der Solarbranche. Wenn Beyschlag ein Schlüsselerlebnis nennen würde, das ihn zur E-Mobilität brachte, dann war das ein Tag im Okotber 2008, als er die E-Mobilitätsmesse e-car-tec in München besuchte und es bei ihm „click“ machte: regenerative Energie und Elektromobilität gehören zusammen. Dass es richtig los geht mit der Elektromobilität, merkte er, als Renault 2012 seinen elektrischen Flitzer, den Zoe, auf den Markt brachte. Ein Jahr darauf wurde er selbst zum Zoe-Fahrer. Schnell verschaffte sich der umtriebige Grassauer einen Marktüberblick und ihm war klar: Elektromobilität steht und fällt mit der Ladeinfrastrukur. „Wenn überall eine Lademöglichkeit verfügbar ist, dann ist das Thema Reichweite hinfällig“, erklärt Beyschlag. Auch deshalb gründete er 2013 die mobilStrom-Initiative Chiemgau.

 

E-Mobilist aus Überzeugung

Wenn er nicht gerade in der Region unterwegs ist, um von der Elektromobilität – und zwar mit sauberen Sonnenstrom- zu überzeugen, organisiert Beyschlag die einmal im Jahr stattfindende E-Chiemseerundfahrt. Begeisterte E-Autofahrer und solche, die es noch werden wollen, erleben E-Mobilität und Ladeinfrastruktur rund um den Chiemsee und tauschen sich zu ihren Erfahrungen aus. Erfahrungen mit unterschiedlichen E-Fahrzeugen hat Beyschlag.  Mittlerweile zählen drei Stromer zu seinem privaten Fuhrpark. E-Mobilist ist er aus Überzeugung – denn, beheimatet im schönen Chiemgau, weiß Georg Beyschlag um die Notwendigkeit einer intakten Umwelt und Natur und ist überzeugt, dass insbesondere die Mobilität mit der geringst möglichen Belastung für Mensch und Natur organisiert werden muss. Elektromobilität stellt für ihn daher eine sehr gute Alternative dar. Sie ist emissionsfrei und, wenn mit regenerativen Energien betrieben, unabhängig von fossiler Primärenergie.
Zu Treffen der Projektgruppe landmobile in der Nachbargemeinde kommt er gerne mal mit dem auffälligen Zweisitzer Renault Twizy. Urlaubsreisen mit dem E-Auto sind für ihn selbstverständlich: Toskana, Berlin oder Stockholm – Reichweitenangst ist dabei für ihn ein Fremdwort.

 

Mit viel Engagement für mehr Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum

Auf seinen Urlaubsstrecken fällt ihm aber eines auf: „Wir hinken hinterher, unsere Nachbarländer sind uns mit Ladestationen alle 50 Kilometer weit voraus. Wenn wir nicht die Kurve kriegen, sind wir weg vom Fenster“, stellt Beyschlag fest.  Auch deshalb setzt er sich mit viel Engagement für den Ausbau der Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum ein und ist froh über Initiativen wie landmobile: „Mittlerweile ist der Chiemgau gut aufgestellt, auch dank der 12 landmobile-Ladesäulen. landmobile sehe ich als Chance zur Förderung der Elektromobilität auf dem Land. In diesem Netzwerk sammeln wir Erfahrungen und können sie an andere Gemeinden weitergeben“, bestätigt der Grassauer.