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Portrait: Hubert Vachenauer – Überzeuger und Überzeugungstäter

Foto Hubert Vachenauer Mobilitätsbeauftragter

Hubert Vachenauer ist Mobilitätsbeauftragter und setzt sich für Elektromobilität auf dem Land ein

Begegnet man Hubert Vachenauer merkt man schnell: das ist einer, der sich auskennt – ein Vorreiter, Überzeugungstäter und Experte, ein Macher und Vernetzer mit viel Gespür für Zukunftsthemen. Ob erneuerbare Energie oder Elektromobilität – Vachenauer ist einer der Ersten, der mitmischt. Dass er sich seit Beginn bei landmobile als ehrenamtlicher Mobilitätsbeauftragter engagiert, verwundert daher nicht.

Von den erneuerbaren Energien zur Elektromobilität

Vor mehr als 30 Jahren faszinierte den Nußdorfer das Thema erneuerbare Energien. Was als Hobby begann, entwickelte sich schnell zu einem Nebengewerbe. Vachenauer baute Warmwasseranlagen in privaten Haushalten zu einem Zeitpunkt, zu dem Ölheizungen Hochkonjunktur hatten. Er vergleicht die damalige Situation Ende der 1980er-Jahren gerne mit der Elektromobilität von heute: Zurückhaltendes Verhalten und eine regelrechte Berührungsangst mit dem Thema. Sowohl Privatpersonen als auch Fachleute mussten davon überzeugt werden. Andere für seine Ideen zu begeistern kann er, weil er für das Thema brennt. Das merkt man, im Privaten als auch Beruflichen.

Das nächste große Thema, dem sich Vachenauer widmete, war die Photovoltaiktechnik. Seine Erfahrungen wiederholen sich: Skepsis, Lethargie, Unwillen zu Handeln. Was sich nur zögerlich und mit viel Scheu verbunden entwickelt, bedarf Überzeugungsarbeit. Vachenauer weiß, es braucht immer Vorreiter, Zugpferde, die es vormachen und andere neugierig machen: Hat der Nachbar eine Solar-Anlage auf dem Dach, dauert es nicht lange, bis dass andere nachziehen. Mit seinem Gespür lag der Techniker zum damaligen Zeitpunkt genau richtig. Spätestens mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 erfuhr die Solarenergie einen regelrechten Boom.

Von den erneuerbaren Energien zur Elektromobilität war es für den Nußdorfer der nächste konsequente Schritt. Bis vor 2013, so Vachenauer, war das Thema etwas für Liebhaber und Spezialisten, verbunden mit viel Enthusiasmus und Entbehrungen. 2013, als erste wirklich attraktive Elektro-Autos auf dem Markt kamen, war für ihn klar, dass jetzt die nächste Phase in seinem Schaffen beginnt: Der Einsatz für mehr Elektromobilität.

Eigeninitiative ergreifen – für mehr Elektromobilität im ländlichen Raum

Als Aktiver im Nußdorfer Arbeitskreis Energie hat er das mit dem Amt für ländliche Entwicklung zusammen erstellte Energiekonzept begleitet. Ein Ergebnis des Konzeptes hat ihn wachgerüttelt: das große Einsparpotenzial im Bereich Verkehr. Für Vachenauer war klar: Elektromobilität muss her. Aufgrund seines Engagements und seiner Initiative kam landmobile zustande und damit die Förderung von Elektromobilität im ländlichen Raum, der Aufbau der Ladeinfrastruktur in 12 Gemeinden und die Verankerung des Themas in den Gemeinden. Dass es geklappt hat, freut ihn sehr und beweist einmal mehr: Hubert Vachenauer ist nicht nur Überzeuger, sondern auch Überzeugungstäter. Durch landmobile und dem kostenlosen E-Flottentest ist das Thema Elektromobilität bei Bürgerinnen und Bürger im Gespräch und nicht nur das: bereits sechs E-Mobile fahren in der 2.500-Seelen-Gemeinde. Ohne landmobile, bestätigt Vachenauer, wären es sicherlich nur zwei gewesen.

Dass er als Mobilitätsbeauftragter selbst elektromobil unterwegs ist, ist selbstverständlich. E-Autos sind für den Nußdorfer vollwertige Fahrzeuge. Ja, man muss ein wenig umdenken, besser planen und sein Fahrprofil kennen, so der Mobilitätsbeauftragte. Dass sich ein E-Auto aber sehr gut zum Pendeln eignet, beweist Hubert Vachenauer mehrmals pro Woche. Für seine Arbeit bei einem großen bayerischen Autohersteller in München pendelt er von Nußdorf in die Landeshauptstadt. Seitdem die Ladeinfrastruktur in der südostoberbayerischen Region durch landmobile ausgebaut wurde, macht er auf seinem Nachhauseweg auch gerne einen Zwischenstopp an der landmobile-Ladesäule in Albaching.

Mobilitätsbeauftragter mit vielen Visionen

Hubert Vachenauer hat noch viele Ideen, um die Elektromobilität auf dem Land voranzubringen. Für ihn sind die Energiewende und die Elektromobilität eine große Chance für den ländlichen Raum. Es gilt sie zu ergreifen. Eine seiner Visionen: Landwirte zu Energiewirten machen. Indem sie Strom über Photovoltaik-Anlagen gewinnen und ihn über eigene Ladepunkte anbieten, schaffen sich Landwirte ein zweites Standbein. Die ersten Gespräche in seiner Region hat der Nußdorfer bereits geführt – ein Überzeugungstäter, durch und durch.