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Portrait: Peter Viehhauser – der Tüftler und Ingenieur

Foto Peter Viehhauser Ingenieur

Peter Viehhauser, Ingenieur und Tüftler

Im Ingenieurlied von Heinrich Seidel heißt es „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer.“ Was in leicht abgewandelter Form zum Leitmotto von Daniel Düsentrieb aus dem lustigen Taschenbuch geworden ist, trifft genauso für Peter Viehhauser zu. Die Leidenschaft am Erfinden des Disneycharakters ist aber auch der einzige weitere Überschneidungspunkt mit dem Mobilitätsbeauftragten und Laboringenieur der Fachhochschule Rosenheim. Denn wo Herr Düsentrieb aufblasbare Häuser, einen elektronischen Wetterhahn oder eine Dunkellampe auf seine Patentliste schreiben kann, hat Herr Viehhauser seine beiden Beine firmer in der Realität verankert. An der Fachhochschule lehrt er Regelungstechnik, Simulationstechnik und Solartechnik und baut gerade das Forschungszentrum für Photovoltaik und Gebäudetechnik mit auf. All das klingt sehr komplex. Peter Viehhauser ist aber stets darauf bedacht, auch einfach und verständlich über das komplexe Thema zu sprechen.

Elektromobilität muss kreativ vermittelt werden

Gerade in der Vermittlung von wissenschaftlichen Zusammenhängen an die Jugend geht der Laboringenieur auf. Durch spielerische Methoden bringt er die technischen Begriffe an den Nachwuchs. Dabei achtet er immer auf die anschauliche Darstellung. So bastelte er zusammen mit Schülerinnen und Schülern schon einige elektrifizierte Kettcars. Das sorgt natürlich immer für rege Begeisterung. Die Jugend müsse man begeistern, meint Viehhauser. Aber auch an der Fachhochschule wird Elektromobilität immer wichtiger. Eine Professorin liest seit kurzem zum ersten Mal zum Thema E-Mobilität. „Wir sind auch am überlegen, ein eigenes Emobil für die Hochschule anzuschaffen,“ sagt der Ingenieur. Und da viele Studierende aus der Region kämen wäre gerade die Mobilitätsplanung ein wichtiger Baustein, um die Region zu stärken und attraktiv zu gestalten.

E-Trabbi, Seilbahn und Abgasnix

Viehhauser ist wie viele andere Aktive in der landmobile Gemeinschaft ein Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien und Elektromobilität. Zur Elektromobilität kam der ehemalige Gemeinderat und Umweltreferent von Bergen schon früh. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich bereits mit Photovoltaik. Daraufhin erstand er schon bald eines der ersten Elektroautos, das es in den 90ern gab. Auch wenn es zur Zeit im Keller der Hochschule steht, ist die Relevanz des kleinen Emobils nicht gemindert. Gerade im Gegenteil: das sogenannte ‚Abgasnix‘, das vom Namen her auch aus einem Asterix Comic entstammen könnte, zeigt, wie unverändert die Potenziale von E-Mobilität nach wie vor sind. Und daran soll im neuen Forschungszentrum auch aktiv mit Studierenden geschraubt werden, um neue Erkenntnisse und weitere Handlungsmöglichkeiten für die E-Mobilität zu gewinnen.

Am Ende kommt dann doch ein Hauch Daniel Düsentrieb durch. Wieso sollte Elektromobilität immer nur auf Autos und Fahrräder beschränkt werden? Auch Seilbahnen u.ä. könnten  in Hinblick auf „Verkehrskollaps, Luftverpestung, Flächenfraß“  in der Chiemseeregion interessante Alternativen sein, so der Ingenieur. Aber eine der nächsten Projekte ist erst mal die Restaurierung und Elektrifizierung seines beinahe 50 Jahre alten Trabbies. Das erregt Aufsehen und bringt den einen oder anderen dazu sich mehr Gedanken über E-Mobilität zu machen.